Die Antwort ist nicht die Demenz – die Antwort ist der Mensch
24. Juli 2026
Wenn Einrichtungen eine Fortbildung zum Thema Demenz anfragen, fällt häufig zuerst ein Begriff: Validation. Doch im Gespräch zeigt sich schnell, dass es meist gar nicht um eine Methode geht. Es geht um die Unsicherheit im Pflegealltag.
Menschen mit Demenz möchten nach Hause, lehnen die Körperpflege ab, reagieren aggressiv oder stellen immer wieder dieselben Fragen. Solche Situationen fordern Pflegende täglich heraus. Die entscheidende Frage lautet dabei nicht: „Welche Methode setze ich jetzt ein?“, sondern: „Was könnte hinter diesem Verhalten stecken?“
Validation beginnt genau an diesem Punkt. Sie fordert uns auf, den Menschen hinter dem Verhalten wahrzunehmen. Die Erklärung darf dabei nicht einfach lauten: „Er reagiert so, weil er dement ist.“ Demenz beschreibt eine Erkrankung – sie erklärt aber nicht die individuelle Situation eines Menschen.
Die Antwort ist nicht die Demenz – die Antwort ist der Mensch.
Welche Bedürfnisse, welche Ängste oder welche Überforderung stehen hinter seinem Verhalten? Erst wenn ich versuche, diese Fragen zu beantworten, kann ich angemessen und professionell handeln. Validation ist dann keine Technik mehr, sondern Ausdruck einer wertschätzenden und personenzentrierten Haltung.
Aus dieser Überzeugung ist auch mein neues Basismodul „Demenz im Pflegealltag – Handlungsmöglichkeiten in herausfordernden Situationen“ entstanden. Im Mittelpunkt steht nicht das Erlernen einzelner Methoden, sondern das Verstehen der Situationen, die Mitarbeitende täglich erleben. Denn erst auf dieser Grundlage entstehen Handlungssicherheit und ein professioneller Umgang mit herausfordernden Situationen.
Wenn Ihr Team ähnliche Herausforderungen im Pflegealltag erlebt, freue ich mich auf den Austausch mit Ihnen.
